Im österreichischen Weltkulturerbe Wachau wachsen seit jeher die besten Marillen (Aprikosen). Es soll die Anbautradition mit lokalen Sorten hier in der Wachau seit ungefähr 1890 bestehen. Diese unverwechselbare Qualität ist das Ergebnis einer regionalen Sortenselektion von Marillen und der spezifischen, regionalen Boden- und Klimabedingungen in dieser Region. 2003 wurde der Verein „Original Wachauer Marille“ gegründet.
Ursprünglich kommt die Marille aus China, die Chinesen kannten viele Sorten der Marille bereits 3000-2000 vor Chr. Die Sorten dieser Frucht gelangten über viele Länder z.B. Vorderasien, Armenien, Syrien über Griechenland; Italien in das übrige Europa.
Der bis jetzt älteste Ausdruck Marille im Donaugebiet findet sich einer Briefsammlung des Starhembergischen Archives in Eferding bei Linz. Für das Gebiet bei Arnsdorf (Wachau) gibt es die älteste namentliche Erwähnung dieser Frucht um ca. 1679. Der eigentliche Anbau der Marille von den lokalen Sorten in der berühmten Weinbaugegend der Wachau wurde durch die Verwüstung vieler Weingärten durch die Reblaus um 1890 begonnen, um sich dadurch ein zweites Standbein aufzubauen. Es gibt in etwa 100.000 Marillenbäume auf der Produktionsfläche. Die Region Wachau-Mautern-Krems liegt am südlichen Rand des Waldviertles, sie erstreckt sich entlang der Donau bis zum nördlichen Teil des Dunkelsteinerwaldes. Mit dem Namen „Wachauer Marillen g.U.“ dürfen nur Marillen bezeichnet werden, die aus den Gemeinden Aggsbach-Markt, Albrechtsberg, Bergern im Dunkelsteinerwald, Droß, Dürnstein, Furth, Gedersdorf, Krems, Maria Laach, Mautern, Mühldorf, Paudorf, Rohrendorf bei Krems, Rossatz-Arnsdorf, Senftenberg, Spitz, Stratzing, Weinzierl am Walde, Weissenkirchen, Schönbühl-Aggsbach, Emmersdorf stammen. In diesem Gebiet herrscht das ideale Klima für die Marille, die Ausläufer des panonischen Klimas vom Osten her kommend, aus dem Westen kommt das gemäßigte atlantische Luft und dann stoßen hier noch die kühlen und feuchten Luftmassen aus dem Norden dazu. Das Zusammenwirken dieser drei Klimaeinflüsse sorgt für eine ständige Luftzirkulation.
Je nach Witterung stehen die Marillenbäume in der Zeit von Mitte März bis Mitte April in volle Blüte. Die Wachauer Marille g.U. hat einen hohen Grad an Pektin-, Säure- und Zuckergehalt, diese besondere Zusammensetzung hat einen guten Einfluss auf die Verarbeitungseigenschaften bei der Herstellung von Marmelade. Die Ernte wird händisch durchgeführt und beginnt in der Regel Mitte Juli und endet Mitte August. Die Ernte ist daher sehr arbeitsintensiv.

Vgl http://www.wachauermarille.at

© Ernst Raudner