Seit dem Jahr 2000 ist die Wachau UNESCO Weltkulturerbe, und sie ist als Wohlfühllandschaft zu bezeichnen. Die Wachau, das enge Donautal erstreckt sich zwischen Melk und Krems. Das Weinanbaugebiet umfasst 1.344 Hektar und der Wein wird zum Großteil auf steilen Terrassen angebaut, wo unverwechselbare Weine heranwachsen. Die besten Lagen erbringen einige der größten Weißweine der Welt mit jahrzehntelangem Entwicklungspotenzial, allen voran der Grüne Veltliner und Riesling

Die Entstehungsgeschichte eines der besonderen Weinanbaugebiete in Österreich ist sehr spannend. In Jahrmillionen hat sich die Donau ihren windungsreichen Weg durch feste Gneise und Amphibolite gegraben. Die Böden aus den kristallinen Gesteinen der Terrassen sind ausgezeichnete Lagen für den Riesling. In den vegetationsarmen Eiszeiten setzte sich im Windschatten der Berge Flugstaub ab, der an den Ostseiten der Kristallinhänge Lössauflagen bildet. Hier wachsen einige der größten und kraftvollsten Grünen Veltliner. Die geologischen Geländeverhältnisse in Verbindung mit den angelegten Steinterrassen, die unter der Führung bayerischer Klöster bereits im Mittelalter angelegt zur Bewirtschaftung wurden. Diese Steillagen zeichnen das markante Bild der Wachauer Weinlandschaft aus. Die Weinernte erfolgt bis heute noch händisch.
Spannend ist auch das Klima, denn hier treffen zwei starke Einflüsse aufeinander, das westlich-atlantische und das östlich-pannonische Klima. Je nach Hanglage, Exposition, Geländeformation sowie durch wärmespeichernde Mauern und Felsen werden auch Kleinstklimazonen wirksam. Durch die große Wasserfläche der Donau werden die heißen, trockenen Sommer und die strengen Winter ausgeglichen. Die kühlen Fallwinde aus dem nördlichen Waldviertel sorgen besonders in den Monaten vor der Weinernte für große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen. Vom kühleren Spitzer Graben im Westen bis zum wärmeren Loibenberg im Osten entsteht in diesem Zusammenspiel die vielschichtige Aromatik der Trauben. Diese wird in den Weinen als kühle Frucht mit teilweise exotischen Anklängen spürbar.
Dieser einzigartigen Kombination aus Bodenbeschaffneheit, Klima und auch Weinhauerhandwerk wird mit der geschützten Herkunftsbezeichnung „Wachau DAC“ Rechnung getragen. Ab dem Jahrgang 2020 gibt es gebietstypische Weine in drei Stufen: Auf Gebietswein- und Ortsweinebene spiegelt sich die Vielfältigkeit der Wachau wieder, denn neben dem Hauptsorten Riesling und Grüner Veltliner transportieren unter anderem auch Weißburgunder, Muskateller und Neuburger ihre Herkunft im Weinglas Eine Riedenbezeichnung ist jedoch nur dem Grünem Veltliner und dem Riesling vorbehalten – ausgezeichnet für ihr besonderes Lagerpotenzial. Eine Besonderheit auf allen Ebenen: Wachau DAC darf ausschließlich per Hand gelesen werden.
Durch den Gebietsschutzverband „Vinea Wachau“ werden die trockenen Weißweine der Wachau seit Mitte der 1980er-Jahre nach dem natürlichen Alkoholgehalt in drei Kategorien eingeteilt: Duftige Leichtweine bis 11,5 % vol. heißen „Steinfeder“ (nach dem Federgras ), die klassische Kategorie (11,5 bis 12,5 % vol.) bezeichnet unter „Federspiel“ (Begriff aus der Falkenjagd), kraftvolle Reserveweine tragen den Namen „Smaragd“ (ab 12,5 % vol.). Die namensgebende Smaragd-Eidechse ist besonders an sonnigen Tagen in den Wachauer Weinbergen anzutreffen.
Im historischen Ambiente der Weinorte auf der Suche nach weinkulinarischen Adressen finden sich viele Topwinzer und Spitzengastronomen, von Spitz über Weißenkirchen und Joching bis Dürnstein und Loiben – wobei der eine oder andere Seitensprung ans rechte Donauufer zu empfehlen ist.

Vgl. https://www.oesterreichwein.at/unser-wein/weinbaugebiete/niederoesterreich/wachau

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